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XICöATL: Ausgabe 87
INHALT:
Ergebnis des 3. Kompositionswettbewerbs XICöATL "Ziehender Stern"
„YAGE, Verein für lateinamerikanische Kunst, Wissenschaft und Kultur“ und der Verein „Musik im Museum“, haben im Jahre 2008 den 3. Kompositionswettbewerb XICöATL „Ziehender Stern“, unter der Schirmherrschaft der Salzburger Landesregierung und des Magistrats der Stadt Salzburg veranstaltet.
Es wurden 31 Werke von 30 Teilnehmern aus 9 Ländern, nämlich aus Argentinien, Brasilien, Chile, Deutschland, England, Kolumbien, Mexiko, Spanien und Venezuela eingereicht. Es gab drei Teilnahmebereiche:
• Komposition für Klavier • Komposition für Klavier und Elektronik • Komposition für Klavier und Streichtrio.
Die Preise: 1. PREIS: 1500 Euro 2. PREIS: 1000 Euro 3. PREIS: 500 Euro. Außerdem, Ehrenurkunden für die besten Werke. Die Jury setzte sich wie folgt zusammen: KLAUS AGER (Salzburg 1946). 1975–1986: künstlerischer Leiter des Österreichischen Ensembles für Neue Musik (ÖENM). 1977-2005: künstlerischer Direktor des Festivals Aspekte Salzburg. Aufführungen bei den wichtigsten Festivals Neuer Musik in der ganzen Welt. 1996-2001: Rektor der Universität Mozarteum von Salzburg. Zurzeit Professor für Musikanalytik. Er war Juryvorsitzender. JORGE ANTUNES (Rio de Janeiro 1942) absolvierte in Rio de Janeiro seine traditionelle musikalische Ausbildung. 1962 zeichnete er sich als Vorreiter in der elektronischen Musik in Brasilien aus. Nach einer Ausbildung in Musik und Physik absolvierte er zwischen 1968 und 1974 ein postgraduelles Studium mit Ginastera, König, Schaefer und Bayle in Argentinien, Holland und Frankreich. Er machte sein Doktorat in Musik-Ästhetik in Sorbonne, VII Pariser Universität. Seit 1973 unterrichtet Antunes an der Universität von Brasilia, wo er auch das Labor für elektro-akustische Musik leitet. Antunes wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und hat von Radiosendern und europäischen Festivals unzählige Aufträge für neue Werke bekommen. ORLANDO JACINTO GARCÍA (Havanna 1954). Er ist welt-weit bekannt als Komponist, Erzieher und Verteidiger der neuen Musik. 1984 hat er sein Doktorat in Komposition an der Universität von Miami absolviert. Seit 1997 ist er Direktor der Postgraduate-Studies an der Internationalen Universität Florida in Miami. Dort hat er seit nunmehr 12 Jahren das Kompositions-Programm entwickelt und das Elektro-akustische Studium gegründet und auch das Ensemble für Neue Musik. Er hat mehrere Preise und Auszeichnungen gewonnen, unter anderem zwei von der Cintas Foundation in New York. JORGE ROTTER (Buenos Aires, 1942). Er war langjähriger Chefdirigent des Sinfonieorchesters Rosario, der südwestfälischen Philharmonie und des Argentinischen Nationalorchesters in Buenos Aires. Als Gastdirigent stand er am Pult großer Orchester in zahlreichen südamerikanischen und europäischen Staaten. Seit 1987 ist er Dozent an der Universität Mozarteum in Salzburg und leitet dort seit 1995 die Dirigierklasse. Die Jury entschied die Preise an die folgenden Werke und Komponisten zu vergeben: Der 1. Preis erging an das Werk „Muwieri“ für Klavier von Laura Puras Braceras, eine spanische Komponistin. Der 2. Preis erging an das Werk „Erosionen“ für Klavier und Elektronik von Jorge Sad, einem argentinischen Komponisten, der in Buenos Aires lebt. Der 3. Preis erging an das Werk „Luftlandschaft“ für Klavier und Streichtrio von Víctor Ibarra Cárdenas, einem mexikanischen Komponisten mit Wohnsitz in Matamoros, Mexiko. Folgenden Werken und Komponisten wurden ehrenvolle Erwähnungen zuteil: • „Fragment zur Beherrschung der Stille“ für Klavier und Streichtrio von Juan Pablo Carreño, einem kolumbianischen Komponisten mit Wohnsitz in Paris. • „Ein Nachtspaziergang durch Mexiko City oder wie man sich zu Tode fürchtet“ für Klavier von Andrew Glover, einem engländischen Komponisten mit Wohnsitz in Birmingham. • „Tumbao“ für Klavier und Elektronik von Miguel Farías Vásquez, einem chilenischen Komponisten mit Wohnsitz in Santiago de Chile. Am 2. Juli 2009 um 18:30 Uhr findet im Barockmuseum Salzburg, das Konzert der Preisträger im Rahmen der Reihe „MUSIK im MUSEUM“ statt. Es werden die prämiierten Stücke sowie jene Werke aufgeführt, die eine ehrenvolle Erwähnung erhalten haben. Einige der Gewinner haben bereits ihre Teilnahme am Konzert zugesagt. Informationen über dieses Konzert folgen demnächst. Die Vorstandsmitglieder und die übrigen Mitglieder von YAGE und MUSIK im MUSEUM danken den Unterstützungspartnern, den Teilnehmern, der Jury und all jenen, die in Österreich, Europa, Lateinamerika und in der Karibik die Durchführung dieses Wettbewerbs ermöglicht haben. Dr. Luis Alfredo Duarte Herrera.
Laura PURAS BRACERAS (1982) studierte Querflöte am Conservatorio Profesional de Música “Antonio de Cabezón” in Burgos (Spanien), wo sie auch im Jahr 2001 ihren Abschluss machte. An diesem Konservatorium nahm sie parallel Klavierunterricht und besuchte eine Einführung in die Perkussion. Im Jahr 2000 erhielt sie das Diplom dritten Grades für Violine von der “Guildhall School of Music and Drama” in London (Großbritannien). Während dieser Zeit gewann sie mehrmals den Musikwettbewerb “Regino Sáinz de la Maza” sowie den I. Kompositionswettbewerb “Antonio de Cabezón”. Ihre Studien in Komposition begannen in Burgos, setzten sich später am Königlichen Konservatorium Brüssel fort. Sie studierte Organerie bei Maestro Federico Acitores und Lutherie bei Maestro Hadji Yinacou Andreas. Sie hat verschiedene Stipendien und Unterstützungen spanischer und anderer eurpäischer Organisationen erhalten. 2003 war sie Stipendiatin der Junta von Castilla y León und forschte über “zeitgenössische Musik und Komposition seit der Kindheit”, eine Arbeit, die sie bis zum heutigen Tag fortsetzt und die dazu führt, dass sie ihre Kreativität auf Partituren für Kinder, Kurse, Konzerte und Konferenzen in verschiedenen Ländern wie Spanien, Portugal und Mexiko konzentriert. Außerdem hat sie mehrere Bücher zu diesem Thema verfasst. Seit 2004, nach einer kurzen Unterrichtseinheit beim Komponistentreffen INJUVE über eines ihrer Werke für Luftballonorchester hat sie nie wieder einen Hörsaal betreten, nachdem ihr Maestro Salvatore Scirriano bei INJUVE geraten hatte: “Verlass die Akademie und höre nicht auf, zu komponieren”.
E-mail: laurapuras@hotmail.com Präsentation des Stücks durch die Komponistin: Muwieri wurde nach einem kurzen, aber intensiven Aufenthalt bei den Huicholes geschrieben, als ich zum ersten Mal in Mexiko war. Die Wixarita-Indios, “Die Leute”, die auch als Huicholes bekannt sind, bewohnen die westliche Sierra Madre im Westen von Mexiko. Anlässlich ihrer Feste bemalen sie sich die Gesichter mit symbolischen Zeichnungen und bei den rituellen Zeremonien benutzen die Schamanen die Muwieri. Muwieri sind kleine Stäbe, die sie verwenden, um mit den Göttern zu kommunizieren. Sie wurden außerdem für Segnungen aller Art benutzt, um Kranke zu behandeln und vom Tod zu sprechen. Der Muwieri der linken Hand besteht aus einem feinen Holzstab, der in gefärbtes Garn gewickelt ist, an dem wiederum Federn und eine Klapperschlange befestigt sind. Am Stab der rechten Hand befindet sich außerdem eine Nierika, ein roter Ball. Das Stück Muwieri ist eine Reproduktion des eben beschriebenen Gegenstandes, sowohl als Klangobjekt (das jeder – außerhalb der Huichol-Kultur – akustisch wahrnehmen kann) wie auch als Objekt mit rituellem Charakter, so, wie die Huicholes es hören. Das Werk, für Klavier geschrieben, wird mit zwei Trommelstöcken unterschiedlicher Größe gespielt, die für die Muwieri stehen und Glissandi von unterschiedlicher Intensität und Höhe entstehen lassen, sodass sich der Eindruck ergibt, es handle sich um ein Blasinstrument. Dieses Element, das die Bewegungen reproduziert, die der Schamane oder Maracame in die Luft zeichnet, ist das Hauptelement des Stücks. Dazwischen, genau so, wie es ist, wenn der Schamane seine Hände bewegt, ist im tieferen Klangebreich des Klaviers, der besonders bearbeitet ist – das Geräusch der Klapperschlange zu hören – mit wiederholten Schlägen, die Glocken simulieren. Die Nierika, der rosa Ball des Muwieri der rechten Hand, lässt sich in Form von Gettati im letzten Drittel des Stücks fallen, um so die schamanische Aura des Werks zu vervollständigen.
Übersetzung: Judith Moser-Kroiss
Jorge SAD wurde 1959 in Buenos Aires geboren. Professor des Postgraduate-Studiums in Musikalischer Semiologie der Universität Buenos Aires. Professor für instrumentale und elektroakustische Komposition am Landeskonservatorium „Alberto Ginastra“ (Morón, Argentinien). Er war zehn Jahre lang (1997-2007) Direktor des Forschungsinstituts für Ton und Musik mit digitalen Medien (IIESMUMD) an der Universität von Morón, einem Forschungsprojekt für Semiotik der musikalischen Interaktion und neue Technologien. Er erhielt viele Ehrungen, darunter Stipendien der spanischen Regierung, der Fundación Phonos, der kanadischen Regierung und der Rockefeller Foundation. Weiters erhielt er zweimal den Juan Carlos Paz-Preis (verliehen vom argentinischen Nationalfonds der Künste) und den Preis der Stadt Buenos Aires. Er ist Finalist mehrerer internationaler Kompositionswettbewerbe wie Xicóatl (Österreich), Metamorphoses d’Orphee (Belgien) und Pierre Schaeffer (Italien).
E-mail: jorge.sad@gmail.com Präsentation des Stücks durch den Komponisten: „Erosionen“ ist ein Stück für Klavier und elektronische Töne, das sich am Erleben der Landschaft des Talampaya-Nationalparks in Südamerika inspiriert. Es ist eine Wüstenlandschaft, durchsetzt von seltsamen, aufragenden Gebilden mit das Menschliche übersteigenden, unmenschlich abstrakten Formen, die etwas bilden, was ich „materialisierte Fragen“ nennen würde. In diesem Stück habe ich die Metapher des Erosionsprozesses als Methode verwendet, um Ränder und Formen aufzubauen. Gegen Ende des Stücks weichen die Salpeterformen einer fließenden Struktur, die eine teilweise Freisetzung der zurückgehaltenen Spannung bietet. Der elektroakustische Teil wurde vollständig durch Tonsynthese mittels Software erzeugt.
Übersetzung: Ulrike Zomorrodian-Santner
Víctor IBARRA CÁRDENAS wurde 1978 in Guadalajara, Jalisco, Mexiko, geboren. Er studierte an der Nationalen Musikschule der Universität UNAM bei Maestro Rubén Islas Flöte und bei José Luis Castillo Rodríguez und später bei Edith Lejet in Paris Komposition. Er besuchte Kurse bei wichtigen Persönlichkeiten auf dem Gebiet der instrumentellen Wiedergabe sowie auch auf dem der Komposition. Er hat für sein schöpferisches Werk einige Preise und Anerkennungen erhalten. Seine Musik wurde in Mexiko, den USA, Spanien, Frankreich, Österreich, Deutschland und der Schweiz aufgeführt. Zur Zeit studiert er am Höheren Nationalkonservatorium für Musik in Lyon bei Robert Pascal Komposition und am Konservatorium von Genf bei Michael Jarrell.
E-mail: ibarracardenas@hotmail.com Präsentation des Stücks durch den Komponisten: Das Werk hat seinen Namen von einem gleichnamigen Gemälde des mexikanischen bildenden Künstlers Rufino Tamayo. Grundgedanke des Werkes ist es, die Instrumente in gegensätzlichen Universen anzusiedeln. Ich habe Gesten gesucht, die nur im Kontext der Saiteninstrumente möglich sind (Mikrotöne, spezifische Klangfarben der Instrumente, Glissandi etc.), um sie absolut pianistischen Gesten gegenüberzustellen. Seit einiger Zeit arbeite ich mit der Beziehung zwischen einem Gemälde und der Schaffung eines Klangwerks. Im speziellen Fall dieses Werks hat es mich interessiert, das Werk des aus dem Bundesstaat Oaxaca stammenden mexikanischen Malers Rufino Tamayo zu bearbeiten. Ich spreche hier von einer persönlichen Lesart des Bildes, vom Eindruck, der bei der Betrachtung des Werks entsteht. Was die Technik des Stücks betrifft, zog mich die Vorstellung an, in den formalen Aspekten verschiedene Welten entstehen zu lassen. Wie in einem Diskurs eine Idee eine andere beeinflussen kann, bis sie schließlich aus ihrem Zusammenhang gelöst wird. Übersetzung: Ulrike Zomorrodian-Santner
Juan Pablo CARREÑO (1978, Kolumbien) schloss sein Musikstudium an der Javeriana-Universität von Bogotá im Jahr 2003 ab. In demselben Jahr erhielt er ein Stipendium der Internationalen Universität von Florida, wo er ein Masterstudium absolvierte und als Professor für Theorie und Komposition arbeitete. Im Jahr 2003 erhielt er eine Ehrenurkunde beim Nationalen Kompositionswettbewerb, der vom IDCT (dem Distriktsinstitut für Kultur und Tourismus) in Kolumbien ausgeschrieben wird. 2006 wurde er Artist in Residence, finanziert vom kolumbianischen Kulturministerium gemeinsam mit dem FONCA von Mexiko. Seine Musik wurde bereits in einem Dutzend Ländern von Ensembles wie dem Manolov-Streichquartett, L'Instant Donné, Multilatérale, CG, dem zeitgenössischen Ensemble Dänemark, dem Nationalorchester Lothringen u. a. aufgeührt. Seit 2006 setzt Juan Pablo Carreno seine Studien am Konservatorium von Paris fort. E-mail: jpcarreno@yahoo.com Präsentation des Stücks durch den Komponisten: Dieses Stück ist eine Hommage an die argentinische Dichterin Alejandra Pizarnik. Der Titel ist ebenso wie das Werk durch ihre “Fragmente zur Beherrschung der Stille” inspiriert. Das Werk besteht aus zwei parallelen Ebenen: Quartett und Piano. Quartett: Es führt hin zu einer fortschreitenden Saturierung des Dur-Registers. Die ersten beiden (von insgesamt drei) Abschnitten präsentieren die Verschiebung einer stabilen Klanglichkeit hin zu einem Zustand der Instabilität. Ein Intervall, das sich ausdehnt, indem es einen Großteil des Stücks auf einen Klangblock hinführt, als bestimmendes Element für den Grad der Expressivität beim Einsatz des Cellos, das keinen Sinn ohne diese Richtung von seinem Alter Ego aus hätte. Die Weiterführung: eine fortschreitende Öffnung im Dur-Register der Geigen und der Viola und eine ebenfalls fortschreitende Saturierung. Ein erster Abschnitt führt alle Instrumente des Quartetts auf ihre Dur-Register hin. Der Abschnitt ist durch eine lange Pause gekennzeichnet. Ein zweiter Abschnitt lässt das Cello außen vor, ausgeschlossen, während das Trio das Register erfüllt. Die Form drückt sich mit dem Erscheinen des Cellos aus, das in Dichte und Material kontrastiert. Auf diese Weise erfüllen die beiden ersten Abschnitte grundsätzlich die gleiche Funktion: die der Schaffung einer bestimmenden Erwartungshaltung in der Form. Piano: Das Piano, unabhängig, präsentiert eine Geste, die sich durch Akkumulation entwickelt. Wie das Leben, wenn man es von der positiven Seite sieht.
Andrew Robert GLOVER, (Birmingham, 1962). Er studierte Kunst und Musik. 1984 schloss er sein Studium als Bachelor für kreative Künste und mit einem Flöten-Diplom ab. Mehrere Jahre hindurch arbeitete er in der Privatwirtschaft und studierte zwei Jahre bei Keith Gifford. 1993 erhielt er den Doktortitel für Komposition an der Keele-Universität in Staffordshire. Viele Kritiker beschreiben seine Musik als kompliziert, lakonisch und sehr nervös; für andere wiederum ist sie « wie eine Milliarde von Strahlen bei einer Explosion ». Glover betrachtet sich selbst als einen eher konservativen Komponisten, dessen Wurzeln in der keltischen Folklore-Musik seiner Heimat und der Rock-Musik zu finden sind. Seine zentralen Einflüsse stammen aus den avantgardistischen Experimenten der 1950er bis 1980er-Jahre. Seine Werke wurden weltweit an zahlreichen Orten aufgeführt, außerdem hat er verschiedene nationale und international Preise gewonnen, so zum Beispiel den Preis der B.Morris-Stiftung in den USA, und den zweiten Platz beim « Premio Maninni » in Italien. 2007 gewann er den Preis für Komposition im Rahmen des Festivals « Intersonanzen – Brandenburgisches Fest der Neuen Musik » in Brandenburg (Deutschland).
E-mail: andyr.glover@hotmail.co.uk Präsentation des Stücks durch den Komponisten: 1997 machte ich die wundervolle Erfahrung, Mexico City besuchen zu dürfen, um dort eines meiner Stücke beim Festival Manuel Enriquez im Centro Nacional de las Artes de Mexico uraufzuführen, einem Ort an der äußersten Peripherie dieser immensen und unglaublichen Stadt. Jeden Abend wurde ich mit dem Auto zu meinem Hotel im historischen Stadtzentrum nahe des Zócalo und des Nationalpalastes zurückgebracht, und jeden Abend fragte ich mich, wie es wohl sein würde, wenn ich zu Fuß zum Hotel gehen müsste, quer durch die Vororte, in einer Stadt, deren Sprache ich nicht sehr gut beherrschte. Welche interessanten Orte würde ich sehen, welche Gerüche wahrnehmen, welche Probleme würde ich bekommen, durch welche Bezirke würde ich kommen und welche Erfahrungen würden mich erwarten?
Dieses Stück wurde geschrieben als Antwort auf diese fiktive Reise und die Erfahrungen- gute und schlechte – die daraus resultieren würden. Es handelt sich auf gar keinen Fall um Programmmusik und soll wie ein kapriziöser Flug der Imagination vom Standpunkt eines Ausländers betrachtet werden, der zum ersten Mal einen unbekannten und fremden Ort besucht.
Miguel FARÍAS VÁSQUEZ chilenischer Komponist, 1983 in Maracaibo, Venezuela geboren. Er studierte Komposition bei Rolando Cori, Aliocha Solovera und Jorge Pepi-Alos an der Universität von Chile. Er gewann die Preise Injuve 2007 (Spanien), Luis Advis (Chile), Frederic Mompou (Barcelona, Spanien) und den Patronize Award des BMW-Wettbewerbs Musica Viva der Bayrischen Rundfunk-orchesters (München, Deutschland). Er führte seine Werke in Chile, Spanien, Frankreich, Belgien und Korea auf. Er war Finalist bei den Wettbewerben Isang Yun Music Prize 2007 (Korea) und Tactus 2008 (Belgien). Im Jahr 2008 wurde er zum Composer in Residence des 5. Forums des Ensemble Aleph (Frankreich) ausgewählt. Vor Kurzem wurde er zum Finalisten des XXVI Kompositionswettbewerbs Reina Sofía 2009 gewählt, dessen Finale in Madrid stattfinden wird. E-mail: miguelfariasv@gmail.com Präsentation des Stücks durch den Komponisten: Der Name des Werks, Tumbao, bezieht sich auf die Verwendung des Klaviers als vorwiegend rhythmisches Instrument. Das ganze Werk hindurch werden Prozesse rhythmischer Progressionen angewandt, in denen das Hauptmaterial der synkopierte Rhythmus ist. In Tumbao beginnt die Elektronik eine Rolle der Ausbreitung des Klaviers zu erfüllen, indem sie Resonanzen und Färbungen seines Timbres schafft. Nach und nach beginnt sie, die Hauptrolle zu übernehmen, indem sie kleine Stücke spielt, die dem musikalischen Material entsprechen, das vom Klavier vorgestellt wurde, um dann rein instrumentale Passagen zu spielen, wodurch eine Idee von „Duo“ zwischen der Elektronik und dem Klavier erzielt wird, eine Idee, die ich fasste, als ich das Stück schrieb. Alle zum Aufbau des elektronischen Teils verwendeten Materialien sind vom Computer erzeugte Töne, die dem musikalischen Material entnommen sind, das vom Klavier gespielt wird.
Name: Werke (1) : E-Mail: 1. Laura Puras Braceras “Muwieri” (K) laurapuras@hotmail.com 2. Jorge Sad “Erosiones” (K+E) jorge.sad@gmail.com 3. Víctor Eduardo Ibarra Cárdenas "Paisaje aéreo"(K+3C) ibarracardenas@hotmail.com 4. Juan Pablo Carreño “Fragmento para dominar el silencio” (K+3C) jpcarreno@yahoo.com 5. Andrew Glover “A night walk trough Mexico City: ...” (K) andyr.glover@hotmail.co.uk 6. Miguel Farías Vásquez “Tumbao” (K+E) miguelfariasv@gmail.com ---------------- &&&&& ---------------- 7. Pedro Álvarez “Rauco” (K+3C) albutrus@yahoo.com 8. Danilo Andrade de Melo “Suite Imaginario Modal” (K) daniloamelo@bol.com.br 9. Santiago Martín Arnedo “Sonata Previa” (K) smarnedo@hotmail.com 10. Ángel Arranz Moreno “DK<sin>” (K) arranzete@hotmail.com 11. Juan José Bárcenas Cardona “Cobija de estrellas” (K+E) jj@juanjosebarcenas.com 12. Claudia Calderón “Paisaje al galope fantástico” (K) claudiacalderon@pianollanero.com 13. Orlando A. Cardozo Casique “Caprichos Merenguisticos” (K) orlandocardozo@gmail.com 14. Luiz E Castelões “Brazilian Contemporary folklore” (K) lecasteloes@gmail.com 15. Agustín Castilla-Ávila “Lunas y claros de luna” (K) castillaavila@hotmail.com 16. Urubatan Ferreira de Castro „Lendas Amazônicas“ (K) cubemajor@yahoo.com.br 17. David Hernández Ramos “Son per sognare” (K+3C) davidhr7530@hotmail.com 18. Juan de Dios Magdaleno “Suite para piano solo” (K) juandediosmagdaleno@gmail.com 19. Jorge Fernando Mansilla “Destellos Nativos” (K) mansilla.j@gmail.com 20. Danilo Ivan Mondaca Rivera “Para mañana” (K) danilo_dimr@hotmail.com 21. Víctor Márquez-Barrios “Sonata para piano solo” (K) elcorreodevictorm@gmail.com 22. Alba Potes “El jardín de Tomás” (K) apotes@verizon.net 23. Hauke Piper “¡bow!” (K+3C) 24. Hauke Piper “Initiating the piano” (K+E) 25. Joélio Luiz Saints “Faltando um Naco” (K) joeliosantos@gmail.com 26. Paulo Oliveira Rios Filho “A vida é sofredora e horrenda” (K) pauloriosfilho@gmail.com 27. Raúl Peña Muñoz “Remembranzas del ahora” (K) raulstravinsky@gmail.com 28. Oswaldo Torres ”Diálogos” (K) oswaldotorres1980@yahoo.com 29. Edgar Rivera “Marismas y secarrales” (K+3C) edriveral@yahoo.es 30. Jorge H. Pinzón Malagón “Casiopeia” (K) jorgehpinzon@hotmail.com 31. René Silva Ponce “6 variaciones sobre un tema de Víctor Jara” (K) renesilva1705@gmail.com
(1) (K): Klavier, (21 Werke) (K+E): Klavier und Elektronik, (4 Werke) (K+3C): Klavier und Streichtrio, (6 Werke)