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XICöATL: Ausgabe 73
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Kompositionstreffen INJUVE 2005 - Luis Alfredo Duarte Herrera
Vom 9. - 18. Juli dieses Jahres organisierte der zum spanischen Arbeits- und Sozialministerium gehörige Kulturservice, das Jugendinstitut INJUVE, sein neuntes Kompositionstreffen. Ziel dieses Treffens ist es, einen Raum zu schaffen, in dem junge iberoamerikanische und europäische KomponistInnen - jünger als 35 Jahre - ihre Studien und das Erlernen der Komposition zeitgenössischer Musik durch Interaktion und bei angesehenen Meistern vertiefen können.
Das Treffen wurde in zwei Teilen durchgeführt: Der erste fand vom 9. - 15. Juli in den Einrichtungen des Euro-Lateinamerikanischen Jugendzentrums CELUAJ in Mollina statt (der Name kommt aus dem Lateinischen und bedeutet sanfter und feiner Nieselregen), eine schöne Ortschaft umgeben von weiten Olivenhainen, Weinbergen, Sonnenblumen- und Getreidefeldern, im Herzen Andalusiens gelegen, etwa 60 km von Málaga entfernt. CEULAJ ist ein für Europa einzigartiges Projekt: Es handelt sich um eine Zitadelle, die eine Fläche von Hundertausend Quadratmetern einnimmt und 1992 mit dem Ziel gegründet wurde, Annäherung, Kennenlernen und Zusammenarbeit junger Menschen aus Lateinamerika und Europa zu fördern. Das CEULAJ kann in seinem Komplex über 250 Personen beherbergen, es verfügt über zwei große und moderne Auditorien mit Lautsprecher- und Simultandolmetsch-Ausstattung, Bibliothek, Lesesäle, zahlreiche Grünflächen, Sportanlagen, Computer- und Ruheräume, Restaurants, Waschsalons, Parkplätze und sogar einen Campingplatz mit 300 Plätzen. Die verschiedenen architektonischen Einheiten, aus denen sich die Zitadelle zusammensetzt, tragen suggestive und sehnsuchtsvolle Namen: Prinz von Asturien, Tequendama, Bahía, Orinoco, Cuzco, Cotopaxi, Cuscatlán, Potosí, Jalisco, Puerto Limón, usw. Sie sind durch drei breite Hauptallen getrennt: die América-Allee, die Andenallee und die Paraná-Allee, die ihrerseits von Straßen mit schönen Namen wie Río de la Plata, Iguajé-Straße, Karibik-Straße und Antillen-Straße, gekreuzt werden.
Für den ersten Teil des Treffens wählten die OrganisatorInnen im Vorfeld vierzehn Werke teilnehmender junger KomponistInnen aus (insgesamt waren es 30), die vom Ensemble Proyecto Guerrero, dirigiert von Professor Tomás Garrido, vor dem Plenum des Treffens aufgeführt wurden. Das Ensemble Proyecto Guerrero wurde 1996 mit der Absicht gegründet, neue Musik zu fördern, lehren und verbreiten, und dabei zu versuchen, ein breites Publikum zu erreichen. In Spanien hat es über 120 Werke aufgeführt, die Hälfte davon Meisterwerke großer Komponisten des 20. Jahrhunderts wie Schönberg, Grisey, Rihm, Stockhausen, Messiaen, Huber, Maderna, Ligeti, Sciarrino, Crumb, Marco, Ferneyhough, Berio, Jarrell, Xenakis, Lachenmann, López López, Cage, de Pablo, Kagel, Nono, Ruedass, Lanchares usw.
Jeden Morgen wurden in einem geräumigen Auditorium des CEULAJ Lesegruppen abgehalten. In jeder Gruppe wurden drei Werke präsentiert, wobei jedeR ausgewählte junge SchöpferIn die Möglichkeit erhielt, direkt in die Vorbereitungsarbeit seines Stücks seitens des Ensembles einzugreifen. So konnte sich jedeR KomponistIn mit den verschiedenen Leseaspekten und mit den Schwierigkeiten oder den Einfachheiten auseinandersetzen, die seine Partitur sowohl für den Dirigenten des Ensembles als auch für die Ausführenden darstellten. Eine auserwählte Gruppe von ProfessorInnen und / oder Komponisten, die sich aus Mauricio Sotelo, Jorge Fernández Guerra und Tomás Garrido aus Spanien, Julio Estradassaus Mexiko und James Dillon aus England zusammensetzte, analysierte jedes Werk unter den unterschiedlichsten Gesichtspunkten und trug ihre gewichtige Meinung zur Funktionalität der Schrift, Instrumentierung, Tonart, Harmonie, Soundeffekten, Ausschmückungen, möglichen Variationen usw. bei. All dies gereichte zu einer fruchtbaren Dynamik voll von Ideen und Diskussionen, was die Kenntnisse aller Anwesenden sehr bereicherte. Nachmittags machten die KomponistInnen und / oder die eingeladenen Professoren Präsentationen mit didaktischem Ziel vor der Gruppe der Teilnehmenden.
Der zweite Teil des INJUVE Kompositionstreffens 2005 fand in Form zweier Konzerte in Madrid statt. Das erste wurde am Abend des 17. Juli im Festsaal des Museums Thyssen aufgeführt. Bei diesem Konzert wurden sechs Werke der jungen KomponistInnen gespielt, die von der Professorengruppe aus den vierzehn für die Lesegruppen ausgewählten ausgesucht wurden. Diese Werke waren Klamery der Komponistin Raquel Quiaro-Sachx aus Venezuela, Punto de Fuga (Fluchtpunkt) von Hermes Luaces Feito (Spanien), Glosas (Glossen) von Mario Carro Gigosos (Spanien), La luz infinita II (Unendliches Licht II) von Juan María Martínez-Cué Jiménez (Spanien), Tras la sombra de la dudass(Hinter dem Schatten des Zweifels) von IluminadassPérez Frutos (Spanien) und Delirios (Delirien) des peruanischen Komponisten Gonzalo Garrido-Lecca Saco. Die Werke wurden vom Ensemble Guerrero, dirigiert von Tomás Garrido, aufgeführt. Außerdem wurden die Preise überreicht, die bei der Ausschreibung geboten wurden: 4.500 Euro für das Werk Punto de fuga von Hermes Luaces Feito (der Preis wurde vom Jugendinstitut zur Verfügung gestellt) und zwei Preise von jeweils 3.000 Euro für die Werke Tras la sombra de la dudassvon IluminadassPérez Frutos und La luz infinita II von Juan María Martínez-Cué Jiménez (überreicht vom Zentrum für die Verbreitung Zeitgenössischer Musik).
Das zweite Konzert fand am Abend des 18. Juli in der Säulenhalle des Zirkels für Schöne Künste in Madrid statt. Dabei wurden die Stücke Espace brisé von Jorge Fernández Guerra, Canto Mnémico von Julio Estradass, Überschreiten von James Dillon und Thallein von Jannis Xenakis aufgeführt. Die Stücke wurden von der Akademie Zeitgenössischer Musik gespielt, einer Gruppe derzeitiger oder ehemaliger Mitglieder des Spanischen Staats-Jugendorchesters (JONDE), das 2003 als Ausbildungszentrum für verschiedene technische und interpretative Aspekte des neuen Repertoires gegründet wurde. Es dirigierte der valencianische Meister Joan Cerveró. Als Generalprobe wurde dieses Konzert am 15. Juli im Königlichen Kollegium von Antequera (Andalusien) vor zahlreichem und begeistertem Publikum aufgeführt.
YAGE ist es eine Ehre und eine große Freude, Ihnen außer der Vorstellung neuer junger lateinamerikanischer KomponistInnen, die beim Kompositionstreffen INJUVE 2005 an verschiedenen Projekten (Kulturbrücken, Radioprogramm, usw.) teilnahmen, ankündigen zu dürfen, dass wir auf unserer Homepage www.euroyage.com einen Link zur Kulturbrücke Österreich - Spanien legen werden, die wir mit KomponistInnen und InterpretInnen beginnen werden, und die wir auf andere kreative Bereiche auszuweiten hoffen. Die Brücke wird nächstes Jahr im Rahmen des 30. Festivals Zeitgenössischer Musik von ASPEKTE SALZBURG mit einem Konzert offiziell errichtet, das jungen lateinamerikanischen KomponistInnen gewidmet und von einer spanischen Gruppe ausgeführt werden wird, möglicherweise vom Ensemble Proyecto Guerrero.
Übersetzung: Ulrike ZOMORRODIAN-SANTNER
Piccirilli - Fernando Sorrentino
Fernando Sorrentino wurde am 8. November 1942 in Buenos Aires geboren. Er ist Professor für Literatur. Er hat folgende Werke veröffentlich (Beiträge in Antologien - sowohl in spanischer als auch in anderen Sprachen - und Veröffentlichungen in Tageszeitungen und Zeitschriften bleiben hier unerwähnt): La regresión zoológica ( 1969), Imperios y servidumbres (1972), El mejor de los mundos posibles (1976), En defensa propia (1982), El remedio para el rey ciego (1984), El rigor de las desdichas (1994), La Corrección de los Corderos, y otros cuentos improbables (2002), Sanitarios centenarios (1979), Crónica costumbrista (1992), Cuentos del Mentiroso ( 1978/2002), El Mentiroso entre guapos y compadritos (1994), La recompensa del príncipe (1995), Historias de María Sapa y Fortunato (1995/2001), El Mentiroso contra las Avispas Imperiales (1997), La venganza del muerto (1997), El que se enoja, pierde (1999), Aventuras del capitán Bancalari (1999), Cuentos de don Jorge Sahlame (2001) und El Viejo que Todo lo Sabe (2001).
Piccirilli
Schon seit einiger Zeit sind meine Buchregale hoffnungslos überfüllt. Ich müßte neue anbringen lassen, doch sowohl Holz als auch Handwerkerstunden sind teuer, so dass ich diese Ausgaben lieber aufschiebe, um dringenderen Anschaffungen den Vorzug zugeben. Zunächst hatte ich daher auf eine vorübergehende Lösung zurückgegriffen: Ich legte die Bücher waagerecht und konnte so den wenigen Platz besser ausnutzen. Bekannterweise sammeln sich zwischen Büchern seien sie senkrecht oder waagerecht aufgestellt Staub, Ungeziefer und Spinnweben. Ich habe nun weder die Zeit, noch die Geduld, noch die Berufung, regelmäßig die notwendige Säuberung vorzunehmen. Vor einigen Monaten beschloß ich an einem wolkenverhangenen. Samstag, endlich einmal alle Bücher nacheinander aus dem Regal zu nehmen, sie abzustauben und mit einem feuchten Tuch über die Bretter zu wischen. In einem der untersten Regale fand ich Piccirilli. Trotz des Staubs in diesen Ecken sah er wie immer tadellos aus. Das merkte ich jedoch erst später. Zuerst hielt ich ihn nur für ein Stück Kordel oder Stoff. Ich hatte mich getäuscht: Er war schon von Kopf bis Fuß Piccirilli. Das heißt, ein richtiger kleiner Mann von fünf Zentimeter Größe. Komischerweise wunderte es mich, dass er angezogen war. Es gab ja doch gar keinen Grund dafür, dass er nackt sein sollte, und die Tatsache, dass Piccirilli winzig ist, gibt uns nicht das Recht, ihn als Tier anzusehen. Also, genauer gesagt, überraschte mich gar nicht so sehr, dass er angezogen war, sondern vielmehr was er trug: hohe, weitschaftige Stiefel, ein ausladendes Wams, ein aufgebauschtes Stickhemd, einen Federhut, einen Degen im Gürtel. Piccirilli war mit seinem aufgezwirbelten Schnäuzer und dem Spitzbärtchen ein lebendiges und geschrumpftes Abbild D'Artagnans, des Helden von Die drei Musketiere, wie ich ihn von alten Abbildungen in Erinnerung hatte. Also, warum nun taufte ich ihn auf den Namen Piccirilli und nicht auf D'Artagnan, wie es logisch gewesen wäre? Ich glaube vor allem aus zwei sich ergänzenden Gründen: Erstens fordert sein schmächtiger Körper nachgerade die kleinen I's in Piccirilli ein und sträubt sich demzufolge gegen die rohen A's in D'Artagnan. Zweitens hat Piccirilli, als ich ihn auf französisch ansprach, kein Wort verstanden, was mir bewies, dass er kein Franzose und somit auch nicht D'Artagnan war. Piccirilli muß ungefähr fünfzig Jahre alt sein; sein Haar ist von einigen weißen Strähnen durchzogen. Ich schätze also sein Alter so, wie man es bei Menschen unserer Größenordnung macht. Nur weiß ich nicht, ob bei den geringen Ausmaßen Piccirillis die Zeit gleiche Maßstäbe anlegt. Wenn man ihn so klein dastehen sieht, neigt man vielleicht gänzlich ungerechtfertigt zu der Ansicht, sein Leben sei kürzer und seine Zeit vergehe schneller als unsere, wie wir es auch von Ungeziefer oder Insekten glauben. Aber wer kann das schon wissen? Und, selbst wenn es so wäre, wie ließe sich dann erklären, dass Piccirilli Kleidung aus dem 17. Jahrhundert trägt? Kann man annehmen, dass Piccirilli fast vierhundert Jahre alt ist? Könnte Piccirilli, dieses Wesen, das verschwindend wenig Platz einnimmt, Herr über eine solche Menge Zeit sein? Piccirilli, dieses so verletzlich scheinende Wesen? Gern würde ich Piccirilli diese und andere Fragen stellen und sie mir von ihm beantworten lassen, und tatsächlich stelle ich sie ihm häufig und Piccirilli beantwortet sie mir tatsächlich. Nur kann er sich nicht verständlich machen, geschweige denn dass ich weiß, ob er meine Fragen versteht. Er hört mir gewiß ganz aufmerksam zu und beeilt sich, mir zu antworten, sobald ich zu Ende gesprochen habe. Mir zu antworten, ja, aber in welcher Sprache spricht Piccirilli? Würde er doch in einer Sprache sprechen, derer ich nicht mächtig bin. Das Schlimme ist, dass er in einer Sprache spricht, die es auf der Erde nicht gibt. Trotz seines Aussehens, das dem I so nahesteht, bildet das schwache Stimmchen Piccirillis nur solche Wörter, deren einziger Vokal das O ist. dassPiccirillis Stimme, so ausgesprochen hell klingt, hört sich dieses O natürlich fast an wie ein I. Dies ist zugleich nur meine Mutmaßung, denn Piccirilli hat nie ein I gesprochen, so dass ich auch nicht im Vergleich nachweisen kann, dass dieses O wirklich ein O ist oder womöglich irgendein anderer Vokal. Mit meinen geringen Kenntnissen habe ich versucht herauszufinden, welche Sprache Piccirilli spricht. Die Versuche schlugen fehl; ich konnte lediglich eine unveränderliche Folge von Konsonanten und Vokalen feststellen. Diese Entdeckung könnte von Wichtigkeit sein, wäre man überzeugt, dass Piccirilli tatsächlich eine Sprache spricht. Denn eine jede Sprache, sei sie auch noch so facettenlos und einfach, wird immer gewisse Ausmaße haben. Und was Piccirilli angeht, beschränkt sich sein ganzes Reden auf diesen einen Satz: Dolokotoro povosoro kolovoko. Ich nenne ihn aus Bequemlichkeit Satz, denn wer kann schon wissen, was diese drei Wörter beinhalten. Wenn es überhaupt Wörter sind, wenn es überhaupt drei sind: Ich schreibe sie so, dassich diese Pausen aus der monotonen Rede Piccirillis herauszuhören glaube. Soweit ich weiß, besitzt keine der europäischen Sprachen ein solches Lautbild. Über afrikanische, amerikanische oder asiatische Sprachen weiß ich überhaupt nichts. Das stört mich aber nicht, denn ganz offensichtlich ist Piccirilli, so wie wir, europäischer Herkunft. Darum sprach ich ihn auf spanisch, englisch, französisch und italienisch an; darum versuchte ich einige Wörter auf deutsch. Und jedesmal antwortete das unveränderliche Stimmchen Piccirillis: Dolokotoro povosoro kolovoko. Manchmal bringt Piccirilli mich auf, dann wieder habe ich Mitleid mit ihm. Es tut ihm ganz offensichtlich leid, sich nicht mit uns verständigen zu können, um so eine Unterhaltung in Gang zu bringen. Wir, das sind meine Frau und ich. Piccirillis Auftauchen hat unser Leben überhaupt nicht verändert. Ehrlich gesagt schätzen wir Piccirilli und haben diesen winzigen Musketier sogar liebgewonnen, der richtig mit uns ißt und der wer weiß wo einen auf seine Größe abgestimmten Hausrat aufbewahrt. Wenn ich ihn auch nicht dazu bringen kann, meine Fragen zu beantworten, bin ich mir sicher, dass er weiß, dass wir Piccirilli zu ihm sagen, und er hat sich nicht dagegen gewehrt. Manchmal nennt meine Frau ihn zärtlich Pichi. Ich halte das für eine allzu große Vertraulichkeit. Natürlich bieten sich bei jemandem, der so winzig ist wie Piccirilli, solche Spitznamen und nette Verniedlichungen an. Andererseits ist er aber doch schon ein erwachsener Mann, womöglich vierhundert Jahre alt und es wäre eher angemessen, ihn Herrn Piccirilli zu nennen, wenn es auch sehr schwerfällt, einen so kleinen Menschen mit Herr anzusprechen. Normalerweise ist Piccirilli adrett gekleidet und benimmt sich hervorragend. Manchmal aber spielt er mit seinem Degen Fliegen oder Ameisen angreifen. Dann wieder setzt er sich in ein Spielzeugauto und ich führe ihn an einer Schnur durch die ganze Wohnung spazieren. Das sind seine seltenen Zerstreuungen. Ob sich Piccirilli langweilt? Ob er allein ist auf der Welt? Ob er wohI Artgenossen hat? Wo mag er herkommen? Wann wurde er geboren? Warum zieht er sich wie ein Musketier an? Warum lebt er bei uns? Was sind seine Pläne? Vergebliche, zahlIose Male wiederholte Fragen, auf die Piccirilli immergleich antwortet: Dolokotoro povosoro kolovoko. So vieles würde ich gern von Piccirilli erfahren, so viele Geheimnisse wird er mit sich fortnehmen, wenn er stirbt. Denn unglücklicherweise ist Piccirilli seit einigen Wochen sterbenskrank. Es war ein großer Schreck für uns, als er krank wurde. Schon bald merkten wir, dass es eine schwere Krankheit war. Wie sollten wir ihn heilen? Wer würde sich trauen, einen Arzt dieses Piccirilli genannte, winzige Wesen untersuchen zu lassen? Wie würden wir es erklären? Wie etwas Unerlklärliches erklären, von etwas sprechen, das wir selbst nicht verstehen? Ja, Piccirilli geht von uns. Und wir lassen ihn untätig sterben. Ich frage mich schon besorgt, was wir mit seiner kaum wahrnehmbaren Leiche machen werden. Mehr jedoch, unendlich mehr sorgt es mich, ein Geheimnis nicht erfahren zu haben, das ich in Händen hielt und das nun, ohne dass ich etwas dagegen unternehmen könnte, für immer verschwinden wird.
Übersetzung: Vera GERLING
Adresse: Díaz Colodrero 2942 - 3º B, C1431FML Buenos Aires - ARGENTINIEN E-Mail: fsorrentino15@hotmail.com, fersorrentino@yahoo.com.ar
Gedichte - Horacio Rossi
Horacio Rossi wurde an einem 4. Oktober 1953 in Santa Fe/Argentinien geboren. Unter seinen Veröffentlichungen gibt es viele literarische Falter, die Gedichtbände "Del Aire Hallado" (1988), "La Pluma de Polen" (1994), "AH!mor" ... (1999) und der Roman "Lambrusco" (2003). Rossi hat im Kulturleben von Santa Fe schon einen langen Werdegang aufzuweisen, besonders auf dem Gebiet der Literatur: er hat Gruppen und Literarische Werkstätten, Vereine und kulturelle Veröffentlichungen auf die Beine gestellt, verschiedene Preise eingeheimst ... Regelmäßig bietet er Vorträge und Lesungen dar, fertigt Übersetzungen von Texten in verschiedenen Sprachen an und außerdem war er auch Jurymitglied bei vielen Wettbewerben.
SITUATION ...
Man ließ uns von außen Die Erde berühren ... Man will, daß wir Nur schauen ... Und über die anderen reden Als ob sie Zehrstoff für die freie Zeit wären, Fremde Angelegenheit, An der Seite .... Machte man uns kleiner und Man machte uns arm ... Man will, daß wir es Als Schicksal akzeptieren... Aber man scheiterte schon, Weil Ich nicht will ... Und ich weiß, du auch nicht ...
Und ich lächle ...
DORFBEWOHNERIN
Die Mädchen kommen noch immer aus der Schule, vom Tanzen und aus der Kirche, aufs Land fahrend wenn nicht zur Fabrik oder zur unvermeidlichen Stadt die schluckt und nicht zurückgibt, außer viel später, Rest, Trümmer, jedoch oftmals ohne Wiederkehr ...
aus der Schule kommend mit ihren Zöpfen im Wind ...
Wind unter den Röcken, zwischen den Beinen Wind ...
zu den niedrigen Abgründen aus Moos, Unkraut und Distel, zwischen dem Tanz und der Kirche, Entladungen brünstiger Stiere melkend ...
Arglos knüpften die hellen Mädchen noch immer zuweilen einen Rhythmus oder einen Akzent an, zuweilen einen so kreuzlahmen Betrug wie dieser, Atmen eines Kindes beim Wechseln des Schlafes, oder Husten einer sterbenden Großmutter, feucht die Erinnerung ... Schweigen ...
aus der Fabrik kommend folgten sie, Knebel ihrer Nacken der Knoten des Tuches, mit Libellengeräusch, das Fahrrad, bringt Routine und Kurzweil...
Wind unter den Röcken und zwischen den Beinen W i n d
IM WARTEZIMMER ...
bedient das Mädchen die Telefone und trägt die Hefte ein. Fehlerfrei. Lächelnd. Wie immer. Mit Natürlichkeit ...
Sie teilt fremde Eile mit, mit gesuchter Ruhe und in ihr durch die anrufenden Menschen gefunden, schließen sie sich der Sprechstunde und hoffentlich der Genesung an ...
Das Mädchen wartet nicht, es wartet nicht.
Es wird niemandem etwas sagen, über die Gesundheit und auch nicht über die Krankheit, genauso wenig konnte man hören oder es schien ihm zu hören, nein, vielleicht bittet es um Entschuldigung, aber nicht ...
Das Mädchen vom Wartezimmer ist nicht krank, es: es arbeitet dort. Man würde sagen, daß es unter dem Haar gesichtlos ist: Wie war nur ihr Name? ... Außerdem ist es alterslos. Es hat ein Lächeln.
Viele Stunden des Lächelns und zuweilen in zwei Schichten...
Wenn die langjährigen Patienten es nach Verlobten, Studium, Familie fragen, wird es fast wahrscheinlich, daß es auch so etwas ähnliches wie ein Leben hat ...
Auch, wenn die Dichter ein ganzes Blatt füllen und dabei über es sprechen, sagen wir einmal, es nennen und wenn sie zum Arzt gehen, schenken sie ihm ...
Seite die, wenn sie lächelt, ein Gedicht beinhalten wird ...
ES GIBT ETWAS MORGENDLICHES
Es gibt etwas Morgendliches, Tiefes und Blaues und Duft und Melodie wie nach Minze und Honig und man glaubt sich einem Ort nahe wie im Traum nüchtern und die Zeit weiß nicht was sie so glücklich tun soll ...
dort muß man zärtlich schweigen und lächeln ... in die bezaubernde Hand muß man einen Lichttropfen nehmen und ihn werfen, oh nein, nicht werfen, nein! ...: ihn zum Fliegen ermuntern
mit einem dicken Kuß für dich. -
FRAU
eines leeren Nachmittags als sie einsam spazierenging legte sie sich neben den Fluß um die Zeit zu betrachten und dieses Wassermädchen das sie in Grün kleidete beharrte vor dem Licht sich immerdar nach dir zu nennen
es gibt eine gewisse Bemühung um Vertrauen wie eine Mahnung oder wie sich die Antworten fragen
und wenn irgendein Grund sich auf den Glauben stützt, auf deine Art und Weise geben die traumhaften Knie
lächelnd nach
sie war aus dem Meer und ihr Duft stieg hoch wie ein Stein aus Luft hinterher bis sie den Kuß des besten blauen Wortes verdiente
F r a u
AUSSERHALB DER TORE
vor den niemals gehabten jedoch wirksamen Toren der Stadt kommen einige Indianerhütten aus Blech und einige wortlose Arbeiten zum Vorschein und lassen sich draußen, ganz draußen nieder und von dort aus dringen die nie gehabten jedoch geschlossenen Tore der Stadt ein wobei sie unsere freie Zeit mit einem Gesprächsthema streifen das ebenfalls nicht andauert ...
der Instinkt dieser Leute kennt ... sie hören die Elektrizität beim Berühren des Eingelegten und die Asche des Konsums die das Fleisch und die Einbildung nährt, das heißt die Materie und die Ignoranz das heißt der Glaube und das Fremde (ich versuche gerade etwas zu sagen) über uns die nicht weniger Einstweiligen und Veränderbaren ...
sie bilden eine Reihe zur Überprüfung von unnützem, häuslichem Zeug ... sie stellen ein den Geschäftsabschluß kaum paktierend, daß wir glauben, die Backsteinböden seien einträglich, für unseren bevorrechteten Bürger Gewinn ... darin lernen sie wie ...
und bereiten sich darauf vor die Welt zu erben ...
AUF DEM ZWEIG
Auf dem Zweig seiner Braut glaubt sich der Junge auf einem großen Schiff die Gezeiten des Menschen galoppierend
der Zweig ist aus Baum nicht aus Wolke
Wegen seiner Braut wird der Junge zur Erde regnen oder Lebwohl
DRAUSSEN
draußen, die blaue Stunde tauchte die Welt in die Nacht ein auf dem Platz des Menschen krempelt man die tägliche Hausarbeit erläutert man die Tatsachen ...webt man die Gebräuche dicht zusammen, womit man den Tag abschließt ob es nun Sterne oder Mond oder Wolken gibt, geben wir es Katzenchöre mit ihrem Hundekanon und Leute auf der Straße sagend was für eine Hitze wenn es Sommer ist, was für eine Kälte, wenn es Winter ist einige schreiben wir alle warten noch immer
Übersetzung: Renato VECELLIO
Adresse: Boulevard Pellegrini 2936, 3000 Santa Fe - ARGENTINIEN E-Mail: lacho48@arnet.com.ar
Gedichte - Jeanette Clariond
Jeannette Lozano Clariond studierte Philosophie, wissenschaftliche Unterrichtslehre und spanische Literaturwissenschaft, sie ist Dichterin und Übersetzerin. Veröffentlichungen: "Mujer dando la espalda" (1994), "Newaráriame" (1996), "Desierta Memoria" (1997), "Todo antes de la noche" (2000), "Amonites" (2003). Sie gehört zum Redaktionsrat der Zeitschrift "Movimiento Actual", sowie zum Vorstand des "Museums für die Mexikanische Geschichte". Als Berichterstatterin hat sie an vielen Kongressen im In- und Ausland teilgenommen. Ihre Werke wurden in vielen Zeitschriften und in in- und ausländischen Zeitungen publiziert. Jeannette hat wichtige Preise eingeheimst, unter anderen, den Nationalen Preis für Dichtkunst "Efrain Huerta 1996" und den Preis "Gonzalo Rojas 2000".
Jeannette war das im Sturm gehemmte Meer, Schreib´alles, sagte ich ihr, "schreib´alles, was du siehst." Nie hörte sie auf mich. Meine Mutter hörte auch nicht auf mich.
MINA 1004
Brennen, ich sah meine Großmutter brennen. August, Chihuahua, 1956. Sie brannte, ihr Äußeres und ihr Inneres, brannte in der Calle Mina 1004. Ich sah meinen Vater wie er sie in ein Bettuch einhüllte, die Matratze brannte; die Vorhänge, der Teppich, ihr Kleid wurden schwarz. Alles wurde mitgenommen. "Macht keinen Lärm, seine Mutter ist müde." Ich sah ihn weggehen an jenem Augustabend Trauer tragend mit einer schwarzen Krawatte. Er nahm sie mit. Asche und Weinen nahm er mit.
Der Rauch der Großmutter in der Vorhalle, die Tanten die Kaffeekrumen, die herben, verschlingend.
Man mußte das Dunkle das schmerzte auslöschen, das Salz auflösen, das Weinen, einander umarmen, das Gezitter der Reise hemmen, Paul Anka in Ermangelung des Pulses zuhören, die Schallplatte zu 45 Revolutionen pro Minute ritzen.
Sekundenlang lebte sie, sekundenlang war alles purpurrot: die Frau, die Müdigkeit, die Blätter der Pappeln. Dann das Glas, das Glas in der Zeder, das verbrannte Gesicht unter dem Rauch.
Auch meine Mutter brannte. Unter Tränen ihr ausgelöschtes Lächeln: "Richte mir das Haar, sagte sie zu mir, laß mich hinausgehen, um zu sehen ob die Wäsche trocken ist."
Ich hatte Angst. Daß ihre langsamen Schritte nicht zurückkommen würden, vor dem Glanz des Blattes, vor dem geheimnisvollen Zerfressen, vor dem ausgedörrten Gewicht des schon mauerlosen Efeus, vor der Blumenvase in der Küche, ohne Blumen. Vor diesem blinden Zimmer mit seinem Tod. Vor mir selber, und das Eindringen des Windes der den Staub des Maulbeerfeigenbaumes verwehte.
DAS HAUS
Das Haus, diese unsichere Stätte. Das Mädchen ohne Lampe, weiß der Ursprung, brennt im Stillen die Enthüllung.
Jeder Ursprung ist weiß, die Zusammensetzung der Form, schweigend der Nebel, der Baum. Das schweigsame Mädchen, das Hohe, die Luft. Jeder Ursprung ist weiß, der blinde Zufall. Schweigend der Nebel dessen Musik Stille ist, verstreute Silben.
DEINE AUGEN
Deine Augen, das ist das Reale, das übrige brennt und weiß nicht. Eine Sonne umarmt mich in deinen Liebkosungen, sie beleuchtet des Petroleums Spur in den Gängen.
Ich gehorche den Lichtern des Windes aber meine Stimme hört nicht zu. Sie strebt nur nach deiner Spur die sich meines Bodens bemächtigt.
Auch ich habe dich berührt und dich gefühlt. Ich habe den angenehmen Einfall, dem Licht nachzugeben, das geliebte Licht die geheimnisvolle und feine Durchsichtigkeit sinnlicher Freude voraussehend.
Ich liebe deine Augen, jeden Kuß auf meinem Körper, die Zartheit deines schneeigen Schrittes.
Unter den Betttüchern verfliegend bleibt das Vergängliche.
E-Mail: jlozanoc@grupoimsa.com
Gedichte - Manfred Koch
Manfred Koch wurde 1950 in Graz geboren, seit 1971 lebt in Salzburg. Schreibt u. A. Für Kabaretts, Theater, Hörfunk, TV, Werbung und seit mehr als zwanzig Jahren "Mit spitzer Feder" in den Salzburger Nachrichten. Bücher: Federlesen (1986), Böse Buben AG (1988), Leseverbot (1989), Blattschuß (1990), Cyberman (2002), Total Umweihnachtet (2003).
Gedichte aus dem Buch "Manhattamania" ("Manhattamania", Manfred Koch und Günther Nussbaumer, Edition Prolit, Salzburg, 1994).
MANNA-HATTA
Unsterblich sind sie die Seelen der Manna-hatta-Indianer Wiedergeboren bis auf den heutigen Tag gehen sie auf Kriegspfad am Broadway und in der Wall Street Verbünden sich Mit den Stämmen In der Bronx Und in Harlem Jagen Skalps im Central Park und in der Subway Tanzen ihre Kriegstänze im Palladium Entzünden ihr Lagerfeuer auf der Spitze des Empire State Buildings Und singen ihre Kriegsgesänge im unaufhörlichen Heulen Der Alarmsirenen
Manna-hatta Whoooh-hoooh-hoooh Manna-hatta-Manna-hatta Whoooh-hoooh-hoooh-hoooh Manna-hatta-Manna-hatta- Manna-hatta Whoooh-hoooh-hoooh-hoooh-hoooh-hoooh-hoooh
ALLES
Alles Alles was du je gedacht hast Alles Dreckige Perverse Brutale Gewalttätige Anstößige Zynische Alles Morbide Verrückte Schreckliche Menschenverachtende Böse Alles Beispiellose Unglaubwürdige Abwegige Unberechenbare Alles Verletzende Zerstörende Mordende Alles Alles was du je gedacht hast Alles Zärtliche Fühlsame Liebevolle Heilige Alles Weibliche Kindliche Männliche Alles Phantastische Leuchtende Klingende Schwebende Alles Gebärende Lebende Wachsende Alles Alles was du je gedacht hast Alles Klagende und alles Erhabene Alles Wahre und alles Verlogene Alles Elende und alles Gewaltige Alles Vergängliche und alles Bleibende Alles Alles was du je gedacht hast Alles Alles findest du wieder in New York Diesem Gestalt gewordenen Spiegelbild Genialer Unzulänglichkeit Grandiosen Versagens Wohldurchdachter Ratlosigkeit Alles
Allez hopp
Seiltänzer über der Abgrundlosigkeit Virtuose der dissonanten Töne Maler der gnädigen Träume Poet der leeren Versprechen Sänger des Unaussprechlichen
… Jeder hier ist Künstler Artist in der Manege des Scheins aus tausend Megawattscheinwerfern
Bodyshow
Busen Ärsche Beine Oberarmmuskeln Schultermuskeln Brustmuskeln Beinmuskeln Gesunde Zähne gesunde Lungen gesunde Leber Joggen Basketball Joggen Football Joggen Handsquash Joggen Skateroller Joggen Schwitzen Joggen Bodystyling Joggen Sneakers shirts Sneakers shirts Sneakers shirts Und jede Menge Haut Blasse Haut braune Haut schwarze Haut picklige Haut glänzende Haut samtige Haut tätowierte Haut junge Haut immer junge Haut Vorzeigehaut Vorzeigebodies Bodyshopbodies Und Designeranzüge Designerhemden Designerschuhe Designerkrawatten Designeruhren Designermappen Designerzähne Designergesichter Designerschweiß Designersexappeal Designerfrauen Designerhaare Designernails & lips & tits Lifestyle Lovestyle Moneystyle Always-be-the-best-and-smile-style Designershopbodies Und in ganz Manhattan Plakate Das Bild Ein menschliches Gehirn Der Text "It´s one part of the body most people forget to exercise."
Kokain of Manhattan
Du bist nur ein Krümel im Menschengewühl. Sie raffen und bluffen und raffen. Sie spielen Roulette hier im ganz großen Stil - Doch irgendwie gibt dir die Stadt das Gefühl, Du könntest es tatsächlich schaffen.
Du spürst diese Droge: Wer wagt, der gewinnt! Du fühlst diese Sucht aufsteigen. Du merkst, wie der Koks dieser Stadt durch dich rinnt, Wie LSD, Morphium oder Absinth: Ich werd´es der Menschheit noch zeigen!"
New York macht dich süchtig. New York macht dich high. New York te läßt dich über dich fliegen. Du schüttelst die Seele ab wie schweres Blei Und lässt deine träume als Wildkatzen frei - New York ist der Dealer der Lügen.
The Victims
Sie hocken am Boden und sagen kein Wort. Sie haben sich längst schon ergeben. Sie hocken und hocken in einem fort Tage und Nächte am selben Ort Und schämen sich, daß sie noch leben.
Sie haben ihr scheitern auf Pappen gemalt. Im fünf Sätzen niedergeschrieben. Sie haben für Nichts mit dem Leben bezahlt Und wurden von einem zum ander´n Tag alt. Sie sind auf der Strecke geblieben.
Sie hocken am Boden mit totem Gesicht. Sie werden zum Dreck von Manhattan. Sie hocken im Regen. Im Neonlicht. Man gibt ihnen irgendwas. Oder auch nicht. Sie wissen: Sie sind nicht zu retten.
Ihr Leben ist nur eine Mülldeponie. Gesichter wie Abbruchruinen. Sie haben nichts als Biographie, Der Abfall New Yorks ist viel mehr wert als sie: Mit Müll läßt sich noch was verdienen.
Blue Note Blues
(Für Mr. Ray Charles)
Und wieder einmal das Gefühl New York in die Augen zu schauen Und wieder einmal das Gefühl Mit den Augen New York zu sehen Und wieder einmal das Gefühl Von außen nach innen zu blicken Mich draußen und drinnen zu spür´n Und wieder einmal das Gefühl Endlich Zu sein Wo ich bin
Ol´blind man Coming from Georgia Singing the Blues Ol´blind man Opening eyes To see New York´s soul Ol´blind man King of the soul Your name is Ray Ol´blind man Face to face to you Face to face to New York Ol´blind man Face to face to New York Face to face to myself
Ol´blind man Opening eyes Singing the Blues
Thank you
Harlem Shopping
Hier wo New York den Arsch offen hat zwischen der Diarrhöe der Slums und den Hämorrhoiden der Sozialblocks hier kriegst du alles zum halben Preis Kaffee Zigaretten Pizza Fisch Brot Cola Schuhe Uhren Jeans Mädchen Haschisch Koks und wenn du willst ein Messer zwischen die Rippen eine Faust in die Visage ein Schlagstock über den Schädel ein Projektil in die Brust alles sehr sehr billig
Adresse: Gaisbergstraße 13b, 5020 Salzburg - ÖSTERREICH