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Dr. Phil. Elóide Kilp, Universitätsdozentin für Deutsch und Portugiesisch, Brasilianische Literatur und Kulturwissenschaft, Übersetzung, Methodik und Didaktik des Portugiesischen an der Pontifícia Universidade Católica do Rio Grande do Sul-PUC-RS und der Universidade Federal do Rio Grande do Sul- UFGRS in Brasilien. Von 1992 bis 2003 als Portugiesischdozentin an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und von 1995 bis 2002 als Sprachtrainerin bei der Audi Akademie in Deutschland. Seit 2003 an der Universität Salzburg verantwortlich für die portugiesisch-brasilianische Sprache und Kulturwissenschaft. Unter den Publikationen Werke für Portugiesisch wie "Langenscheidts Grundwortschatz Portugiesisch" als auch für die Fremdsprachendidaktik in der Erwachsenenbildung wie "Aspekte einer Spielandragogik".
E-Mail: eloide.kilp@sbg.ac.at
>> Leseprobe aus XICöATL Nr. 76:
Warum Portugiesisch in Salzburg studieren?
Schon im Winter 1797/98 schwärmte der weitgereiste Alexander von Humboldt von Salzburgs Pracht: "Die Gegenden von Salzburg, Neapel und Konstantinopel halte ich für die schönsten der Erde." Hätte er doch geschwiegen, denn erst im Jahr darauf, Mitte1799, reiste er von Salzburg über Paris nach Brasilien. Denn 140 Jahre später bekannte der Schriftsteller Stefan Zweig, der den gleichen Weg nahm: "Wer Brasilien wirklich zu erleben weiß, der hat Schönheit genug für ein halbes Leben gesehen." Die Beziehung von Salzburg zu Brasilien war von Anfang an eine sehr privilegierte, da auch die erste brasilianische Kaiserin Leopoldina als österreichische Prinzessin geboren ebenfalls das Salzburger Land zu schätzen wusste, aber sich später auch in Brasilien verliebt hatte.
So ist es nicht verwunderlich, dass Portugiesisch in Salzburg seit dem Start in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts besonders in der brasilianischen Ausprägung und durch Brasilianer vertreten wurde. Salzburg hat dadurch auch die längste kontinuierliche Tradition für Portugiesisch in Österreich. Mit der Berufung von zwei neuen Dozenten für den Bereich Portugiesisch in 2003 und 2004 wurde die Betonung noch mehr auf die brasilianische Sprache, Literatur und Kultur gelegt. Bereits existierende Partnerschaften mit brasilianischen Universitäten wurden revitalisiert und neue begründet. So können Studenten der Universität Salzburg unter vier brasilianischen Universitäten wählen. 2004 wurde durch das MEC - Brasilianische Erziehungsministerium die Brasilianische Sprachprüfung CELPE-Bras in Salzburg und damit in Österreich eingeführt. Die Prüfung wird zweimal im Jahr durchgeführt, April und Oktober, und ist gedacht für Teilnehmer, die ihre Sprachkompetenz in der portugiesischen Sprache nachweisen wollen oder aus beruflichen oder akademischen Gründen müssen.
Portugiesisch ist mit über 200 Millionen Muttersprachler, mehr als doppelt so viele wie das Französische, davon 183 Millionen Brasilianer, sicherlich ein Kernfach der Romanistik, wohl von den meisten unterschätzt als sogenannte kleine Sprache unter dem Einfluss der Klischees von Samba, Fußball, Caipirinha und Karneval. Diese Fehleinschätzung der portugiesischen Sprache liegt einerseits begründet in dem geringen Einflusses von Portugal innerhalb der EU, andererseits in der Denkweise der selbstzufriedenen Brasilianer, die Brasilien lange als autarken Kontinent betrachteten und sich erst in den letzten Jahren dem internationalen Markt öffnen und dadurch auch internationaler denken.
Es zeichnet sich in der südamerikanischen Wirtschaftszone MERCOSUL bereits ab, dass Brasilien durch seine Wirtschaftskraft von 501 Mrd. US$ (2001) gegenüber den 359 Mrd. US$ der anderen fünf (spanischsprechenden) Mitgliedsstaaten eine Führungsrolle einnimmt, wodurch auch die portugiesische Sprache in Südamerika an Bedeutung gewinnt.
Bereits 60 österreichische Firmen haben die Bedeutung des brasilianischen Marktes und die aufstrebende Wirtschaft erkannt und investieren in diese neuen Perspektiven. Weitere Informationen:
Portugiesisch an der Universität Salzburg: www.sbg.ac.at/rom/home.htm
CELPE-Bras: www.mec.gov.br/sesu/celpe
E-Mail: eloide.kilp@sbg.ac.at
Elóide KILP
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